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Eine weitere und bis zu Beginn des 20. Jh. Gefürchtete Krankheit war die Pellagra ("Rauhe Haut"). Sie trat vor allem in Regionen mit armer Bevölkerung auf, die sich vorwiegend von Hirse und Mais ernährte.
Anzeichen für die Pellagra sind rötliche Hautrisse, rote Zunge, wunder Mund, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Nervosität und Schwäche. Häufig führte sie zum Tod.
1937 wurde der "Anti-Pellagra-Faktor" Niacin entdeckt. Zwar ist dieser auch in Mais enthalten, jedoch in einer Form, die vom Menschen nicht verwertet werden kann.
Während die Pellagra die Menschen lange Zeit plagte, war sie in den Maisursprungsländern Lateinamerikas weitestgehend unbekannt, da sich die Indianer den Niacin-Gehalt durch eine spezielle Form des Garens (durch Kochen in Kalkwasser) nutzbar machten.

Die Mangelkrankheit Rachitis plagte schon ca. 50000 v. Chr. die Menschen, wie frühzeitliche Knochenfunde belegen. Ausgelöst wird das Leiden durch einen Vitamin D-Mangel.
Seit Beginn des 19. Jh. galt Lebertran als Heilmittel. 1919 entdeckte ein Berliner Kinderarzt, dass auch UV-Licht heilende Wirkung besaß. Die Erklärung hierfür fanden Forscher, als sie später eine Vorstufe des Vitamin D in der Haut entdeckten. Dieses Provitamin konnte durch Sonnen- oder künstliches UV-Licht in Vitamin D3 umgewandelt werden.

Auch das Vitamin B12 verdankt seine Entdeckung einer Krankheit, der Perniziosa, einer bestimmten Form der Anämie (Blutarmut). Lange Zeit verlief sie meist tödlich.
Durch Zufall wurde 1926 eine Heilungsmöglichkeit gefunden.
Hunde waren mit Leber gefüttert worden. Als man ihr Blut vor und nach dem Fressen testete, stellte man fest, dass es sich erstaunlich schnell regeneriert hatte.
Von diesem Zeitpunkt an mussten Anämiekranke täglich ein Pfund rohe Leber essen, später wurden Leberextrakte für Injektionen hergestellt. Doch die Lebertherapie erwies sich als sehr kostspielig und löste bei den Patienten teilweise schwere Überempfindlichkeiten aus.
1947 konnte schließlich das Vitamin B12 isoliert werden, das in der Leber gespeichert wurde und die Wirksamkeit der Therapie "verursachte".
Die erhaltenen Mengen waren zunächst sehr gering, da für die Gewinnung von 1g des Vitamins 4000 kg Leber benötigt wurden.
Heute erfolgt die Herstellung mikrobiell.

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